SchnitteGermanische und keltische Kleidung ist im allgemeinen sehr simpel geschnitten und besteht fast nur aus Rechtecken.
Damals wurden die hierzu benötigten Rechtecke sofort auf die gewünschte Grösse gewebt, sodass bei den meisten Oberteilen die Webkante mit verarbeitet wurde um dass Umsäumen zu vermeiden.
Die Säume bestanden wenn aus einer einfachen Rollnaht oder einer flachen Kapp-/Klappnaht. Die einzelnen umsäumten Rechtecke wurden meist mit der sogenannten "Thorsberger Naht" zusammengefügt.
Als Garne wurden Woll- und Leinengarn verwendet. Oft bestand das Garn aus verdrillten Faden, die vom Stoff beim zuschneiden übrig blieben, dieses macht die Nähte zudem fast unsichtbar.
Eine gute Beschreibung der Nähtechniken und der verwendeten Stoffe bietet Karl Schlabow (Quellen 1).
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Oberteile
Leider durch die Belichtung schlecht erkennbar.
- oben Rechts der "gaelic coat", angelehnt an Funde von Reepsholt aus braunem Schurwollstoff mit indigofarbener Längs- und Querstreifung. Einzuordnen ins ca. 2-3 Jhd. AD.
- darunter in braunem Schurwollstoff (12 Kettfäden/cm) ein Kittel, angelehnt an die Funden von Marx-Etzel.
- darunter eine T-Tunika aus Leinen
(blaue Lappen = Wadenwickel)
Hosen
- die Hose mit langem Bein besteht aus Schurwolle in Fischgradwebung (16 Kettfäden/cm) und wurde an die Funde von Damendorf (ca. 1.Jhd AD) angelehnt.
- die kurze Hose wurde an die Funde der Kniehose von Marx-Etzel angelehnt (ca. 5-3 Jhd BC) und besteht aus goben, gewalgtem Schurwollstoff. Die Webkante wurde am unteren Beinabschluss mit verarbeitet und ist als grünlicher Streifen erkennbar.
Socken - Wadenwickel
- An den Hosenfunden aus Thorsberg waren "Socken" mit angenäht, bei der Frauenleiche von "Les Martres des Vesdre" fand man ebenfalls Stümpfe.
Hier ein paar Socken, die an die "Les Martres de Vesdre"-Funde und an den Schnitt der 2ten Thorsberghose angelehnt sind.
- Wadenwickel gab es in verschiedensten Längen und Breiten. Im Bild zu den Oberteilen sind unten blaue Lappen erkennbar. Diese sind einfache, rechteckige Wickel, die 2-3 mal um die Wade gewickelt werden.
Wadenwickel waren meist aus normalem Stoff (Leinwandbindung oder 2/2 Köper) gefertigt und einfach versäumt oder hatten eine angewebte Kante. Wadenwickel dienten wahrscheinlich nicht nur dazu, die Waden/Hose vor Gestrüpp zu schützen, sondern hatten bei feuchtem und kaltem Wetter einen wärmenden Effekt und schützen so vor Erkältungen.
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